Bildbearbeitung – Ist die Wirklichkeit in Fotos wirklich wirklich, sind die Fotografien von heute die große Lüge oder werden sie erst durch Photoshop und Co. dazu? „Wie weit darf Fotobearbeitung gehen?“ fragt Thomas seine Leser des reisen-fotografie.de Blogs und macht aus der Frage eine Blogparade, zu der ich hiermit meinen Senf dazugebe 😉


Bevor wir über die nachträgliche Bildbearbeitung nachdenken, sollten wir uns Gedanken darüber machen, ob ein Foto überhaupt die Wirklichkeit abbilden kann? Und wenn ich dann Bildbearbeitung anwende – verändere ich dadurch die Realität oder habe ich sie bereits im Stadium der Aufnahme verändert? Kann ein Foto überhaupt die Wirklichkeit abbilden oder meinen wir das am Ende nur?

Beschränkt sich die Wirklichkeit denn auf einen rechteckigen Teil? Nein! In der Realität können wir in alle Richtungen sehen unsere Augen sind eine Art Panoramalinse. Ein Foto ist also immer nur ein Teil der Wirklichkeit, der Teil, der von der fotografierenden Person selektiert wurde. Beim fotografieren schneide ich also schon einen Teil dieser Wirklichkeit aus. Teilweise herangezoomt oder durchs Weitwinkel verzerrt. Die Wirklichkeit ist 3-dimensional, während das Foto nur 2-dimensional ist. Wird mit der Schärfentiefe gespielt, so entspricht auch dies nicht der Realität, in der ist von vorne bis hinten alles scharf  (außer man hat was an den Augen 😉 ). Unser Auge fokussiert in Sekundenbruchteilen von fern zu nah und umgekehrt – immer ist alles scharf und es hat auch keine Probleme mit  dem Dynamikumfang, der um ein vielfaches höher liegt als der einer Kamera.

Neben den „Veränderungen“ der Wirklichkeit, die ich mittels Brennweite, Ausschnitt, Perspektive, Filtern und dem eingefangenn Sekundenbruchteil der sich ständig verändernden Wirklichkeit schon gemacht habe, was passiert eigentlich bei denen, die meinen sie bekämen die „Realität“ als Foto aus der Kamera?

Der eine Pixelsammler stellt seine Kamera auf JPG und ein Motivprogramm und meint dann er würde die Wirklichkeit abfotografieren. Im Gegenzug wirft er dem anderen Pixelschubser vor, dass dieser mit der Bildbearbeitung alles „verfälscht“! Aber was passiert denn bei dem Pixelsammler in der Kamera? Er stellt ein Motivprogramm ein, welches Einstellungen in der Kamera passend zu der zu fotografierenden Situation vornehmen soll. Bei Portrait soll die Blende weit offen bleiben, damit wir das Modell möglichst schön freigestellt fotografieren. Gleichzeitig wird nur eine moderate Schärfung/Kontrast angewendet, bei Landschaft wird eine möglichst geschlossene Blende gewählt, damit von vorne bis hinten alles scharf wird und das Bild soll kontrastreich und scharf und farbig sein. Parameter, die unter diesen Programmen schon gespeichert sind. Beim Motivprogramm Sport wird die Belichtungszeit in den Vordergrund gestellt, die möglichst schnell sein muss, oft wird auch der AF-Servo zum Verfolgen von Motiven ebenso wie die Serienbildfunktion voreingestellt, damit auch schnelle Motive scharf einfangen werden können. Gleichzeitig werden noch Kameraprofile gewählt, die sich auch um Licht, Kontraste, Farben kümmern. Alles vollautomatisch – die Bearbeitung des JPGs für Landschaft erfolgt also mit der „Tütensuppe Landschaft“ – die einer Person mit der „Tütensuppe Portrait“. Kameras bieten „Tütensuppen“ für vielerlei Anwendungen: Landschaft, Portrait, Sport, Baby, Schnee, Nacht, Makro usw. So kann der Pixelsammler ohne wirkliches Wissen über die Zusammenhänge von Blende, Zeit, Iso und auch Kameraeinstellungen mit größtmöglicher Sicherheit gute Bilder aus seiner Kamera zaubern.

Aber wie fern ist der Pixelsammler mit seinen „Tütensuppen“ dem Pixelschubser?

Der Pixelschubser sammelt RAW-Daten (rohe Daten). Übrigens genau die gleichen Daten, die bei unserem Pixelsammler in der Kamera auch gesammelt werden, die von der Kamera über die Tütensuppenmotivprogramme aber zu JPGs verarbeitet werden. Der Pixelschubser „kocht“ nun aber selber. Er nimmt die Rohdaten und geht damit in die „Küche“ – Lightroom, CameraRaw – eine digitale Dunkelkammer und entwickelt (ich finde das Wort „Entwicklung“ passt hier mehr als „Bearbeitung“ – ein Negativ/RAW wird seit jeher entwickelt!) dort seine Bilder – manchmal nicht anders als mit der Tütensuppenmethode – manchmal aber auch selektiv. Da werden nicht Kartoffeln, Möhren und Fleisch zusammen gekocht – da kocht man Kartoffeln – die Möhren vielleicht extra – kürzer – karamelisiert sie – brät das Fleisch und auf dem Teller – dem endgültigen Foto – ist wie bei unserem Pixelsammler wieder alles vereint. Nur sieht es appetitlicher aus und schmeckt halt nicht wie Einheitsbrei. Da alle Zutaten selektiv verarbeitet wurden und jeder Zutat die richtige Zeit und die richtigen Gewürze zuteil wurden, haben auch alle Zutaten einen ganz eigenen Geschmack, obwohl es am Ende das Gleiche ist, ist es halt doch nicht das Gleiche. Hat der Pixelschubser jetzt betrogen? Nur weil er mit viel Liebe und Zeit „gekocht“ hat? Für mich nicht – er hat sein Bild mit allen Mitteln der Kunst entwickelt.

Schnell, schnell ist in keinerlei Handwerk die beste Lösung. Automatismen helfen – sie können aber nicht dem mit Herzblut und Liebe Kreiertem nahe kommen. Daher ist eine Bildentwicklung die manuell vorgenommen wird auch kein Betrug. Der Pixelschubser investiert viel Zeit in seine „Kochkünste“ – er liest, lernt und übt viel. Der Pixelsammler mag das nicht tun und beschränkt sich auf die „Tütensuppenvariante“. Genauso wie jeder von uns anders kocht, entwickelt auch jeder seine Bilder anders. Das Ergebnis hat eher was mit Geschmack als mit richtig oder falsch zu tun. Wer seinen Geschmack trainiert, der schmeckt viel mehr Varianten – genauso kann man sein Auge trainieren und „sieht“ mehr.

Warum müssen Fotos immer Objektivität widerspiegeln, während wir das in der Malerei nie fordern, weil niemand davon ausgeht, dass ein Bild in Sekundenbruchteilen gemalt ist – Fotos sind aber so schnell gemacht… Fotografien wird immer Realismus unterstellt. Oft sind Fotos aber lebendiger, einfühlsamer und wirklicher als die Wirklichkeit. Dieses Leben hat ihnen der Fotograf eingehaucht. Genau das war sein Ziel! Er hat die Dinge vor Ort genau so gefühlt, wie er sie wiedergibt und das Bild dahingehend entwickelt. Ist nicht genau DAS dann die Wirklichkeit? Anders hat es der Maler auch nicht gemacht. Er schafft ein Bild dessen, was ER SIEHT und FÜHLT und den Betrachter sehen und fühlen lassen will. Er arbeitet mit Ausschnitten, Perspektiven, Brennweiten, Farben und Gefühlen, die er  damit erzeugt.

Vor einiger Zeit hatte ich mal Motive eingestellt wie man sie „sehen“ kann.

© 2016 Birgit Franik-20160518-6047-Bildbearbeitung Wirklichkeit

Die Wirklichkeit I – wie jeder es sehen kann

Im Vorbeigehen hätte wohl kaum jemand diesen Klee als wirklich schön angesehen. Achtlos wäre man an ihm vorüber gegangen. Die Farben, die die Kamera eingefangen hat sind schon ok, aber der Klee „leuchtete“ gelb und rosa – so stach er mir ins Auge.

© 2016 Birgit Franik-20160518-6046

Die Wirklichkeit II – was die Kamera gesehen hat

Daraufhin bin ich auf den Boden – habe die Perspektive geändert, ein Objektiv mit geringer Schärfentiefe genutzt um den Hintergrund weich verlaufen zu lassen. Mein Auge hat auch in dieser Perspektive den Hintergrund als scharf wahrgenommen. Ich habe also hier schon „betrogen“, „bearbeitet“ – die Realität verfremdet.

© 2016 Birgit Franik-20160518-6046

Die Wirklichkeit III – was ich gesehen habe – entwickelt

Dieses Rosarot und Gelb kam dem, was ich wahrgenommen habe schon sehr nahe. Und dahingehend habe ich es entwickelt.

Es gibt Naturfotografen, die Gräser die im Bild stören abschneiden – nu guck nicht so – das ist nicht verwerflich an sich. Deinen Rasen mähst du doch auch einmal die Woche 😉 – aber wenn ich das genauso leicht in Photoshop machen kann, warum soll ich dann die Natur verändern? Ob ich jetzt eine Mülltonne vor Ort aus dem Bild schiebe oder sie hinterher wegstempel – wo  ist der Unterschied? Das Endergebnis zeigt ein einwandfreies Bild ohne Tonne. Keiner weiß von dieser – keiner sieht sie – so oder so. Die Realität wäre MIT Mülltonne. Ich könnte auch einen anderen Winkel einnehmen – ein anderes Objektiv nutzten – und schwupp ist die Mülltonne auch nicht mehr zu sehen. Es gibt so viele Möglichkeiten – aber ist das Manipulation?

Was ist ein Foto denn nun? Es ist ein Moment, der in der Wirklichkeit eingefangen wurde. Den ich schon in der Wirklichkeit manipuliert haben kann bzw. durch meine Sehweise dahingehend manipuliere, wie und von wo ich ihn aufnehme und diesen gefangene Moment kann ich mittels Entwicklung weiter manipulieren.

Manipuliert die Perspektive? Lägen wir öfter mal am Straßenrand würden wir dann viele Dinge anders sehen? Hat ein Fotograf eine Vision von dem, was er den anderen zeigen möchte und setzt diese um? Was anders hat mich dann dazu getrieben mich an den Straßenrand zu legen um die Kleeblüte zu fotografieren?

Siehst Du Dinge eigentlich genauso wie ich sie sehe? Ist Dein Rot auch mein Rot? Wir wissen, dass das, was bei Ampeln oben ist Rot ist – aber die Wahrnehmung dafür – ist die bei uns allen gleich? Es gibt Menschen, die Farbenblind – Rot-Grün-Blind -sin, die sehen das schon mal anders. Sehen alle anderen deshalb alle gleich? Forschungen haben schon bewiesen, dass unser Gehirn jede Menge hinzudeutet und die Lebenserfahrung Dinge anders sehen und erleben lässt. Dann wird das bei Fotos auch so sein …

Manipulation ist Beeinflussung, Lenkung – manipuliere ich, sobald ich mich für einen Ausschnitt aus der Realität entscheide? Ach und dann noch diese Entwicklung der RAW-Bilder – die Manipulation der digitalen Art! Frei nach dem Motto „Traue keinem Bild, was du nicht selbst ge(PHOTO)SHOPped hast“! Irgendwie ist doch alles verändert – manipuliert. Wie viele von Euch legen eigentlich den Weißabgleich mittels Graukarte fest? 😉 Wie? Nicht? Ja und wer sagt euch welche Lichttemperatur die Realität zur Zeit X am Ort Y hatte, damit ihr eure Bilder auch realitätsnah entwickeln könnt?

Bearbeitung – hat heute so einen schlechten Beigeschmack … ich nenne es Entwicklung – und Entwicklung gab es schon zu analogen Zeiten. Entwicklung ist auch Kunst – diese (siehe folgende Bilder) Analogentwicklung leider eine sterbende Kunst.

(http://petapixel.com/2013/09/12/marked-photographs-show-iconic-prints-edited-darkroom/)

(http://petapixel.com/2013/09/12/marked-photographs-show-iconic-prints-edited-darkroom/)

 

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https://www.youtube.com/watch?v=c04Nn_-OTW8

 

Solange es Chemie oder Technik gibt, mit denen ich kreativ etwas verändern kann, wird es Menschen geben, die dieses tun. Da ein Foto offensichtlich eher in Richtung Malerei als in Richtung Objektivität geht und somit von der Realität doch recht weit entfernt ist, obwohl jeder für sich den Realitätsanspruch geltend macht, denke ich wir sollten das Ergebnis, das endgültige Foto, werten. Gefällt es – ist es gut – gefällt es nicht – ist es auch gut. Nicht jedem gefällt alles. Muss auch nicht.

Für mich gibt es schon immer 2 Teile der Kreativität in der Fotografie. Zum einen die Aufnahme vor Ort und zum anderen die „kreative Entwicklung“ oder auch Bildoptimierung am PC. Warum auch sollten wir die tollen Tools, Filter, Bearbeitungssoftware, die uns heute zur Verfügung steht nicht nutzen? Nur weil ein paar Menschen denken, dass das wirklich realistische Bild „Out Of Camera“ kommt? OOC wird heute ja schon fast einem Biosiegel gleichgestellt. Ich erinnere noch mal – ein JPG aus der Kamera ist nur die Tütensuppe aus der Küche… – dann gibt es die, die Tütensuppe als Grundlage nehmen und sie mit eigenen Gewürzen verfeinern, oder die, die gleich von Anfang mit frischen (rohen) Lebensmitteln selber kochen. Jeder wird überleben – jeder auf seine Art. Das Ergebnis zählt. Und auch das selbst gekochte kann schrecklich schmecken, denn auch selber kochen ist kein Garant für Genuss 🙂

Ich finde die Kreativität, die um Fotografie möglich ist, viel zu spannend als das ich irgendwen einschränken möchte. Ich betrachte lieber das Ergebnis und bin oft überrascht und auch interessiert daran, wie diejenigen zu diesen Ergebnissen gekommen sind.

Bei den Naturfotografen z.B. kamen früher die Naturliebhaber zur Fotografie. Leute die sich mit den Arten und ihren Merkmalen und Lebensbedingungen auskannten fingen an zu fotografieren. Heute kommen die Naturfotografen aus dem Bereich der Fotografie und finden gefallen an der Natur. Der Anspruch an die Bilder ist vielleicht ein anderer. Die einen wollen „schöne“ Bilder, die anderen „realitätsnahe“. Die einen wollten die Merkmale der Natur herausstellen, die anderen die Schönheit der Natur eher auf künstlerische Weise. Beide Seiten haben ihre Berechtigung.

Verteufelt wird die Bildbearbeitung/Entwicklung oft von denen, die sich nicht damit auseinander setzen wollen oder können. Natürlich muss man beides lernen und beides braucht auch Zeit. Nur weil wir zu analogen Zeiten unsere Bilder zu Foto Quelle, Foto Porst oder ähnlichen Entwicklern aus der Tütensuppenfraktion gebracht haben, hat es die bessere Handentwicklung im Labor immer gegeben.  Ein Labor zu Hause ist nicht für jeden möglich gewesen – zur Handentwicklung abgeben war teuer. Die heutigen digitalen Dunkelkammern sind schon viel mehr Leuten zugänglich und sie nutzen sie auch. Das Internet ist voll mit Hilfen dazu – jeder, der möchte kann sich dort einarbeiten. Und ja man kann auch im Nachhinein noch viel aus den RAWs herausholen und das gleiche Bild besser aussehen lassen. Und genau das ist den Kritikern der Bearbeitung vielleicht ein Dorn im Auge.

Ich habe mal gezielt Aufnahmen gemacht – JPG aus der Kamera und selber entwickeltes RAW. Hier das Ergebnis – zu sehen ist erst mal das JPG aus der Kamera – wenn ihr den Schieber betätigt, dann kommt das bearbeitete RAW zum Vorschein:

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Oder mal bei Nachtaufnahmen – was die Kamera gesehen hat dem gegenübergestellt, was ich sichtbar machen wollte. Und dann mal dazu die ernsthafte Frage – wer will denn das Bild aus der Kamera sehen? Es ist langweilig und nichtssagend – der Zauber der Fotografie vermag viel mehr als so eine schwarze, undefinierte Pixelansammlung.

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Dieses hier ist keine Realität – dies ist ein Composing – eine selbst erschaffene und nicht nur geschönte Fotografie. Das fällt definitiv unter Bearbeitung von selber fotografierten Bildelementen, die in einem neuen Kontext zusammengestellt wurden. Dies würde ich so nicht mehr unter Fotografie laufen lassen, auch wenn die Bildteile fotografiert wurden. Dies ist – für mich – BEARBEITUNG.

© 2012 Birgit Franik-20120311-6731COMP

Ich habe gar keine Lust darüber nachzudenken, wie andere „manipulieren“ – „bearbeiten“ – „entwickeln“ oder sonst was machen – ich schaue mir einfach das Ergebnis an und wenn es mir gefällt dann freue ich mich.

Die Welt neu entdecken… Fotografie wird erst dann spannend, wenn sie etwas zeigt, was der normale Betrachter nicht sieht. Wenn ich seinen Blick auf etwas lenke, was er so vielleicht nicht wahrgenommen hätte, wenn ich eine Perspektive finde, die der normale Betrachter nicht einnimmt. Wenn ich dem Bild mehr gebe als die Realität es kann. Eine gute Fotografie ist für mich mehr zu zeigen als man sieht. Fotografie ist für mich die dreidimensionalen Wirklichkeit in eine zweidimensionale, magische Emotion zu verzaubern.

10 Kommentare
  1. Bee
    Bee sagte:

    Das ist wirklich ein ganz toller Beitrag, Birgit. Geniale Vergleiche und Erklärungen, ich liebe deine Tütensuppen und Pixelsammler und -schubser 🙂 In Bezug auf Bildentwicklung bist du für mich ganz klar die Referenzklasse, du nutzt die dir gegebenen Möglichkeiten mit einer unglaublichen Souveränität und Kreativität. Absolut beneidenswert. Ich stimme dir voll und ganz zu, Bildentwicklung ist eine wahnsinnig schöne Sache, die dazu auch echt Spaß macht.

    Ich habe durch dich viel gelernt und bin noch am Anfang meiner Möglichkeiten, aber mich fasziniert die Entwicklung. Ich bin kreativ und habe (so glaube ich) ein Auge für ein Motiv, ich musste lernen, nicht einfach nur mit der Kamera draufzuhalten, sondern auch schon im Vorhinein bewusst ein Objektiv zu wählen um eine gewünschte Aussage zu unterstützen. Alles ist noch in den Anfängen bei mir, ich fotografiere bewusst noch nicht einmal ein Jahr. Ich frage mich, warum ich erst jetzt die Leidenschaft dazu entdeckt habe?

    Herzliche Grüße, Bee

    Antworten
  2. Himmelblau
    Himmelblau sagte:

    Ein guter Text zum Thema! „Unser Gehirn deutet jede Menge dazu…“ Ja, genau das ist der Punkt! Deshalb ist man ja manchmal so enttäuscht, wenn man eine Stimmung nicht so auf das Foto bringen kann, wie man sie (vermeintlich) visuell erlebt. Und Geschmäcker sind nun mal verschieden…und das ist gut so. Entscheidend ist am Ende auch, wofür ein Foto gemacht wird…ob zur reinen Dokumentation oder zur Erbauung der Seele. LG Lotta.

    Antworten
  3. alleaugenblicke.de
    alleaugenblicke.de sagte:

    DIeses Thema ist schon oft (auch in der Literatur) beschrieben worden. Schön, deine Gedanken hierzu zu lesen. Was ich besonders mag ist der Verweis auf die analoge Fotografie, von der viele glauben, sie sei doch viel „ehrlicher“ als die digitale. – Nein, es wurde schon immer „manipuliert“ und bearbeitet.
    Ein Foto ist immer eine Interpretation einer Wirklichkeit (von der es ja auch nicht nur eine Version gibt – denn wir sehen und interpretieren), also immer eine persönliche Sicht der Dinge. – Danke für diesen Beitrag, der mit das mal wieder vor Augen führt.
    Lg, Werner

    Antworten
  4. tommimh
    tommimh sagte:

    Moin Birgit,

    ich sage mal Wow und Danke für die Teilnahme an unserer Blogparade. Wie war das, Du magst keine langen Texte? 😉 Hier ist aber jeder Satz berechtigt und der Text dürfte nicht ein Wort kürzer sein.

    Allerdings habe ich was zu meckern. Du schreibst, dass das Auge immer alles scharf sieht, im Zusammenhang mit der Tiefenschärfe. Das ist so nicht richtig. Wenn ich jetzt gerade auf meinen Monitor schaue, diesen im Fokus meiner Augen halte, dann sind die Bilder an der Wand dahinter sehr wohl unscharf. Blicke ich zu den Bildern hoch, dann fokussiert das Auge blitzschnell um und die Bilder sind scharf und die Monitorkante im Vordergrund ist unscharf. Eigentlich hast Du das auch oben geschrieben, durch das schnelle Fokussieren des Auges wird einem der Eindruck vermittelt, dass alles scharf ist – ist es aber eigentlich nicht. 😉

    Amsonsten kann ich Deinem Text komplett zustimmen. Der Vergleich mit der Tütensuppe für die Motivprogramme der Kameras ist übrigens genialst. Besser kann man es eigentlich nicht beschreiben.

    Und den Satz, dass die Bildbearbeitung bzw. Entwicklung meist von Leuten abgelehnt wird, die da entweder keine Lust oder kein Talent zu haben – den sollte man in Marmor meisseln.

    LG Thomas

    Antworten
    • Seh-N-Sucht
      Seh-N-Sucht sagte:

      Hallo Thomas,

      Danke Dir! 😉 – ja und ich habe schon gekürzt … 😉

      Dies ist aber ein Thema, was immer wieder aufkommt und echt nerven kann. Dem anderen mal gönnen über die Grenzen, die man sich selber steckt hinauszugehen. Das ist für manch einen echt schwer. Wenn es wem nicht gefällt, dann kann er ja wegsehen – man schadet doch niemandem … also wozu der ganze Hype?

      Anders ist es bei einem Fotowettbewerb, der die Regeln genau festlegt. Da hält man sich natürlich daran. Wie bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht oder im Straßenverkehr auch – gäbe ja auch ein heilloses Chaos würde da jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen…

      Wenn Du auf deinen Monitor schaust, dann „schaust“ du nicht auf dahinter … sobald du es aber tust, wird es dahinter sofort scharf – in Bildern kannst du Dir den unscharfen Bereich aber bewusst ansehen. Wenn mein Auge in dem großen, weiten Bild der Wirklichkeit hin und her hupft, dann ist immer alles, was ich bewusst ansehe scharf. – So war das gemeint 😉

      Übrigens – Pavel Kaplun hat mal den schönen Spruch gemacht: „Der Künstler hat es so gewollt“ – dem ist in diesem Sinne dann nichts mehr hinzuzufügen.

      Liebe Grüße
      Birgit

      Antworten
      • tommimh
        tommimh sagte:

        Hi Birgit,

        aus der Sicht hast Du natürlich recht. Auf einem Foto kann ich die Unschärfe gezielt anschauen, dass geht in der Realität nur, wenn ich die Brille absetze. 🙂

        Pavel hat noch einen tollen Spruch: „Wenn das Bild Oma gefällt, dann ist es sehr gut“. 😉

        LG Thomas

        Antworten

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