Warum?

Um Platz zu schaffen, durchforste ich die Festplatte immer wieder nach Bildern, die ich nicht mehr brauche. Anfangs habe ich immer alles verwahrt. Heute sehe ich das mit anderen Augen und Müll darf ruhig in die dafür vorgesehene Rundablage 🙂 Bei der heutigen Festplattenreinigung ist mir ein Bild aufgefallen …

Warum sagt denn niemand was dazu? Würde ich so ein Bild liken?

Manchmal finde ich alte, entwickelte Bilder auf meiner Festplatte bei deren Betrachtung mich ein mittelschweres Schüttelgefühl befällt.  Manchmal lösche ich die Bilder still und heimlich, aber ich möchte euch gerne mal zeigen, dass vermeintlich schöne Fotos gar nicht so schön sind.

Ihhh Kritik? Pah – das ist mein Bild und da darf ich so kritisch sein, wie ich will. Ich bin mir auch nicht böse! Kritik ist ja nichts schlimmes, solange man seine Kritik anständig erklärt. Mein Standpunkt zu dem Thema.

Nun schaut selber …


Auf den ersten Eindruck mag es ok aussehen. Ich habe mich eben gefragt: Warum habe ich das gemacht? Warum ist es so bunt? Es ist grottig überschärft, obwohl es da draußen im Netz Bilder gibt, die das noch übertreffen. Aber bei diesem hier ist mein Gefühl von Schärfe schon mehr als überschritten. Glaubt ihr nicht? Ok – ihr habt es nicht anders gewollt – setzt euch besser gut hin  – hier kommt die Blüte mal als Ausschnitt! Der Ausschnitt ist nur aus der Ursprungs-RAW-Datei – bei der Erstellung des JPGs, was ihr oben seht,  habe ich noch mal ordentlich nachgeschärft.

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Warum hat mir keiner gesagt, dass es ein bisschen oder auch mehr daneben ist. Wenn ich die Kommentare dazu lese, dann lese ich daraus, dass es gut ist – nicht herausragend, aber gut.

Sieht denn keiner die Ränder um die Blütenblätter? Durch die Bearbeitung wurden die noch verstärkt. In der alten Datei sieht man in der 100%-Ansicht Treppen entlang der Staubblättern und auch diese markant auffälligen weißen Punkte, die sich oft bei zu viel Schärfe zeigen. Schärfe ist ja auch nur eine Kante an der helle und dunkle Punkte aufeinander treffen – je mehr ich schärfe oder je mehr Kontrast ich zufüge, desto weiter bringe ich hell und dunkel auseinander zu weiß und schwarz.

Sieht niemand, dass es grottig überschärft ist? Warum sagt das niemand? Offensichtlich habe ich es vor 4 Jahren NICHT gesehen, sonst hätte ich es ja anders gemacht. In dem Frühjahr hatte ich herausgefunden, wie man es macht, dass drumherum alles weich und unscharf ist – vielleicht war ich darauf so fixiert, dass ich für alles andere blind war. Es gibt offensichtlich Unterschiede in der Wahrnehmung dessen was man sieht. Hätte mich jemand darauf hin gewiesen, hätte ich mir das Bild bestimmt noch mal angeschaut. Ob ich das dann GESEHEN hätte, weiß ich nicht, aber ich hätte zumindest die Chance gehabt.

Ich bin der Meinung, dass man sowas ruhig sagen/schreiben darf. Kritik ist positiv und hilft in den meisten Fällen. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist damit umzugehen. Wie seht ihr das mit Kritik? Seid ihr böse, wenn jemand seine begründete Meinung schreibt? Ist es ein Angriff oder Hilfe? Habt ihr eure Kommentarfunktion eingeschaltet, damit jemand sein Lob dalassen kann oder wollt ihr euch wirklich austauschen?

Das Bild hat jetzt meinen inneren Schweinehund geweckt und musste korrigiert werden. Hier noch mal der Ausschnitt der Blüte – eine Schärfe, die ich heute für völlig ausreichend halte – auch für gedruckte Bilder.

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Und hier noch mal das fertige Bild heute. Das Bild ist nicht mehr beschnitten – habe es so gelassen, wie ich es auch fotografiert habe. Warum? Weil ich, wenn ich mir das obere Bild ansehe so eine “Enge” fühle. Dinge brauchen ihren Raum – für mein Gefühl – heute!

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11 Kommentar/e:

  1. Ule Rolff März 02, 2018 Reply

    Hallo Birgit,

    ein spannender Beitrag! Einerseits wegen des Bildbeispiels, andrerseits wegen des Themas:
    Lob und Kritik in Blogkommentaren scheinen ein heikles Thema zu sein. Die meisten Kommentare beschränken sich auf irgendwas von der Art “Tolles Foto”. Darüber freut man sich, es ist auch nett und tut niemandem weh. Hat auch den Vorteil, dass man sich mit dem Bild oder Text nicht näher auseinandersetzen muss, ein flüchtiger Blick genügt – in sofern entspricht es ganz dem Zeitgeist.
    Für begründete Kritik müsste man sich Zeit nehmen. Und man riskiert noch, als Nörgler oder Meckertante eingestuft zu werden. Dass eine genauere Beschäftigung mit wenigstens einem Aspekt des Beitrags Ausdruck des Respekts vor der kreativen Arbeit ist, wird leicht übersehen.
    Und doch weiß jede, wie sehr man sich über ausführlichere, niveauvolle Kommentare freut.
    Soll man sich dann vielleicht doch auf ein Like beschränken, wenn Zeit oder Lust zu Ausführlichkeit fehlen? Auf dem Smartphone ist eine anständige Bildkritik auch nur bei sehr krassen Bilddefekten möglich, es braucht doch einen anständigen Monitor und eine ordentlich aufgelöste Datei. Obwohl: in deinen Beispielen sehe ich schon die Macken im Bild, die du zeigen willst. Aber du stößt die Betrachterin ja auch mit der Nase drauf – im Normalfall hätte ich eher angenommen, dass es sich um irgendwelche zufälligen Erscheinungen durch eine Kreativlinse handelt.

    O, jetzt wird’s hier aber länglich – ich stoppe hier mal. Jedenfall habe ich deinen Beitrag mit Interesse gelesen und bin gespannt, was deine weiteren Gäste hier dazu meinen.

    Ule

    • Seh-N-Sucht März 02, 2018 Reply

      Danke Ule!

      Begründete Kritik bekommst Du meist nur von Leuten, die selber noch lernen oder tiefer interessiert sind. Schön und Toll – schreibe ich nicht – da reicht dann ein Like. Ein Like heißt bei mir auch – habe ich gesehen. Also zum Beispiel, wenn jemand einen Kommentar geschrieben hat.

      Zum einen habe ich meinen Blog ja für mich. Zum anderen finde ich es spannend sich mit Leuten ernsthaft über Fotografie auszutauschen. Dabei lernt man auch selber immer wieder dazu. Alles andere ist Stillstand – und das ist nicht gut.

      Wenn man Bilder anständig kritisieren möchte, dann sollte man schon an einem guten, vielleicht auch kalibrierten Bildschirm sitzen. Ein Bild auf einem Handy zu betrachten ist schön als Zeitvertreib für unterwegs, aber niemals gut um eine Beurteilung zu treffen. Gleiches gilt bei mir für Blogs, die Bilder im Briefmarkenformat präsentieren. Ja was soll ich denn da sehen? Volle Größe geht nicht, weil zu viele Menschen nicht zwischen MEIN und DEIN unterscheiden können. Aber 1200 x 800 sollte gehen.

      Was das Beispiel auch zeigt ist vielleicht, dass LightRoom besser geworden ist – heute können die Regler ja schon viel mehr als vor 4 Jahren. Vielleicht kann auch ich heute mit den Reglern besser umgehen als zum Zeitpunkt als ich es das erste mal entwickelt habe. Vielleicht unterliegt das Maß an Schärfe aber auch der Entwicklung und man muss erst mal lernen, wie viel gut ist. Bilder auch mal drucken und schauen wie das dann aussieht. Wenn man Bilder druckt, dann relativiert sich ja auch das Problem des Rauschens 😉

      Wenn Kreativlinsen so eine Auswirkung auf das Bild haben, dann dürfen sie nicht bei mir einziehen 😉

      Danke für die Zeit die Du Dir genommen hast!

      LG, Birgit

  2. FMR März 02, 2018 Reply

    Das mit der Kritik ist so eine Sache. Erstens wollen wir doch alle gelobt werden… Dann ist es auch nicht einfach, Kritik so zu formulieren, dass es nicht verletzt. Denn wenn einem was stört, sagt man’s eben häufig ein bisschen sehr direkt. Und meistens traut man sich dann doch nicht… In diesem Fall kommt noch dazu, dass die Überschärfung erst bei genauerem Hinsehen entdeckt werden kann, was Zeit und Engagement verlangen würde, denn die Bildkomposition ist ja durchaus schön und wird auf den ersten Blick sicher als lobenswert eingestuft. Und dieser Zeitfaktor ist, glaube ich das Hauptproblem: Wenn ich meine Statistik anschaue, manchmal auch im live-view-Modus, dann sehe ich, dass gelikt wird, was das Zeug hält, oft ohne die Bilder wohl wirklich länger als 1 Sekunde anzusehen, geschweige denn sie anzuklicken, um sie zu vergrössern (Das sieht man in der Statistik). Networking nennt man das: Klicken, liken, weitersurfen. Je mehr likes ich austeile, umso mehr schlägt dieser Blödsinn zurück. Alles Blendwerk. So was bringt keinen von uns weiter… Selbstkritik bleibt wohl der beste Lehrmeister.
    Sorry, jetzt habe ich mich etwas echauffiert. Aber danke für das Thema. Daran habe ich mich in einem früheren Beitrag auch schon abgearbeitet.
    LG Franz

    • Seh-N-Sucht März 02, 2018 Reply

      “Erstens wollen wir doch alle gelobt werden…” – NEIN – das kann ich so nicht unterschreiben – natürlich ist ein Lob toll, aber doch keines was nur so gegeben wird, weil ich mir keine Zeit nehme und nur kurz durchklicke. Kritik kann man noch so gut formulieren – es fühlt sich immer einer auf den Schlips getreten. Du kannst ja auch nicht alles in Wattebäuschchen verpacken – dann versteht es am Ende wieder niemand.

      Der Weg zum großen Bild bei Dir – was dann wirklich schön groß gezeigt wird, ist recht weit, weil man unterwegs erst noch ein Briefmarkenformat anklicken muss. Vielleicht schauen die Leute deshalb nicht?

      Ich like dort, wo mir Bilder gefallen und nicht weil ich von irgendwo ein Like bekommen habe. Natürlich kann man darüber Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber wenn mir das dann nicht gefällt, dann gefällt es halt nicht. Ich kann dann auch nur schwer sagen, dass es mir gefällt. Mir muss ja auch nicht alles gefallen – dafür sind wir doch alle Individuen.

      Manchmal wünschte ich mir, auf mehr Leute zu treffen die sich ehrlich und intensiv mit der Fotografie und damit auch mit den Bildern auseinander setzen wollen.

      Es müsste so Kennzeichen geben, dass man sieht, wo Kritik gewünscht ist und mit wem man einen Austausch haben kann. Diese Selbstreflexion tat ja jetzt nicht weh. Reinhard macht das oft – Dinge, die er sieht zu benennen und oft auch noch dazu schreiben, wie man diese Dinge anders machen kann und warum man das tun sollte. Das sind diese wertvollen Kommentare, die kaum jemand zu schätzen weiß. Bevor ich mich angegriffen fühle, sollte ich doch die Wertschätzung sehen, dass sich jemand Zeit für einen Kommentar genommen hat und mir versucht zu helfen. Warum sollte ich das negativ sehen? Natürlich kommt es auch ein Stück weit auf die Art und Weise an, wie man in den Wald hinein ruft. Eine direkte Ansprache allein finde ich aber nicht verwerflich.

      Danke Dir, für die Zeit die Du Dir genommen hast!

      LG, Birgit

      • FMR März 02, 2018 Reply

        Schön, wenn Du nur dann ein like gibst, wenn es dir wirklich gefällt. Ich bin mir jedoch sicher, dass viele Blogger das etwas anders handhaben (im Sinne von Klicks optimieren). Ein like ist sehr schnell gemacht, es kostet fast keine Zeit und kann evt. grosse Wirkung zeigen. Nicht dass ich das toll finde, im Gegenteil. Ich sage ja nur, was mir so auffällt.
        Meine Briefmarkenformate auf der homepage sind schon mit Absicht so gewählt. Wer die nicht anklickt, sieht eben so gut wie nichts. Hinter denen verbirgt sich ja mein Portfolio. Doch da gibt’s auch nichts zu liken. Kommentieren könnte man zwar sogar jedes einzelne Bild, die Kategorien als ganzes jedoch nicht. Nur auf meinen Blogseiten sind likes und Kommentare möglich. Da macht es für mich auch Sinn. Das ist der Bereich, wo ich den Austausch suche, auch wenn die Bilder schlussendlich fast die selben sind wie im Portfolio. Und wer zu meinem Portfolio wirklich etwas sagen will, kann mir gerne eine E-Mail schreiben. Manchmal wähle ich auch im Blogbereich das “Briefmarkenformat” und sehe dann wieviele sich die Mühe machen, ein Bild anzuklicken. Das gibt mir insofern auch eine Rückmeldung, ob das Bild überhaupt Interesse weckt oder nicht.

        Übrigens: Kritik an Fotografien anzubringen, ist gar nicht so einfach. Nach welchen Kriterien soll man urteilen? Ein Bild, das total verrauscht ist, kann z.B. genauso beabsichtigt sein. Ganz heikel, eigentlich. Ich würde z.B. bei starkem Bildrauschen höchstens fragen, ob das so sein soll oder ob das evt. doch nicht beachtet worden ist.

        Ich danke dir ebenfalls für die geschenkte Zeit.

        LG Franz

        • Seh-N-Sucht März 02, 2018

          Ich mache das hier nicht, um Leute zum Liken hierher zu ziehen. Entweder jemand schaut meine Bilder gerne – dann ist er/sie immer herzlich willkommen. Oder jemand möchte mir einen Kommentar hinterlassen – hey – immer her damit 🙂 Irgendwelche Leute versuchen in den Kommentaren immer für Cialis zu werben – hey – geht woanders hin – hier kommt ihr nicht weiter. Ich lese jeden Kommentar ehe er online geht 🙂 Aber was ich definitiv nicht mache ist Leuten likes zu geben, wo es mich nicht interessiert, wo es mir nicht gefällt.

          Jemand, den ich nicht kannte, und dem ich mal einfach ganz spontan geholfen habe, hat mich hinterher gefragt – hey – wie kann ich das wieder gut machen? Ich habe geantwortet. Tun Sie einfach in der gleichen Situation das, was ich heute getan habe bei der nächsten Person, die diese Hilfe braucht. Wenn wir alle so denken, dann gleicht es sich irgendwann alles aus. Genauso sehe ich das auch bei Kommentaren. Wenn jeder da schreibt und fragt und sich austauscht, wo es von Interesse ist, dann gleicht es sich dadurch aus. Man muss nicht dem gefallen, der mir einen Gefallen getan hat, man zeigt seinen Gefallen dort, wo es einem wirklich und ehrlich gefällt.

          Ich kann ja ein Bild nur beurteilen, wenn ich das auch groß sehe. (Übrigens – die Kommentar-Funktion unter den großen Bildern bekommt man mit dem PlugIn “Disable Comments” gezielt ausgestellt 😉 )

          Ich finde auch Deinen “Scheiterhaufen” richtig geil – du nennst es “slow it down” – das habe ich mir jetzt schon ein paarmal angesehen 😉 Da ist man doch gerne und mit Herzblut ein richtiger Dilettant – so frei – so ohne Druck – das was man mag dann tun können, wenn man es will und nicht muss. Kreativität kann in der Enge des Drucks gar nicht entstehen. Und dann würden vermutlich auch nicht so spannende Bilder entstehen. Ich kann nur das schreiben, was mir dazu einfällt. Ich habe nicht gerlernt objektiv zu urteilen. Warum auch – ich bin ja auch ich und warum sollte ich mich verbiegen, wenn ich was dazu schreibe. Muss man eigentlich gleich urteilen, oder kann man sich auch einfach dazu “austauschen”?

          Ja – und Fragen – warum eigentlich nicht – warum nicht erst mal denken, dass es Absicht ist, was ich da sehe. Der Gegenüber ist ja kein Depp! Da sollte man zumindest erst mal von ausgehen.

          LG und einen schönen Abend,
          Birgit

  3. alleaugenblicke.de März 02, 2018 Reply

    Hast du um Bildkritik in deinem damaligen Beitrag gebeten? Wenn ja, was sollte kritisiert werden? Bearbeitung? Inhalt? Aussage?

    Man ist schnell bei der Frage, was ist ein gutes/schlechtes Foto ist. Und dann: Was ist ein Gutes? Was ist ein Schlechtes? Sind bestimmte Wirkungen durch eine Bearbeitung gewünscht (z.B. die Ränder)? Weiß das der Betrachter und mögliche Kritiker? Sind Kritiken überhaupt sinnvoll (okay, das ist jetzt eine ketzerische ganz persönliche Frage 🙂 )
    Und schließlich: Wer übt Kritik? Versteht der Kritiker überhaupt was davon? Bedarf es nicht immer auch der Kenntnis über die Motivation eines Fotos und des Fotografen? Viele Fragen, die ein wenig zeigen, wie ich zur Bildkritik im Netz stehe.
    So ganz subjektiv gesehen.
    Ein schönes Wochenende!

    Lg,
    Werner

    • Seh-N-Sucht März 02, 2018 Reply

      Ja, da hast Du vielleicht Recht Werner. Ich habe nicht direkt “Kritik bitte” dran geschrieben. Ich denke immer bei Fotocommunities, wo man Kommentare schreiben kann, sind diese Felder für einen Austausch gedacht. Nicht nur für Lobhudelei – das deckt auch ein Like ab.
      Gutes oder schlechtes Bild… ist vielleicht schwerer – aber diese Entwicklungsfehler – so will ich es mal nennen – die sagen ja nichts darüber aus, ob das Bild an sich schlecht oder gut ist.
      Kritik – ist für mich eine Anregung – die Meinung eines anderen zu dem Bild – zu der Entwicklung – zu xy. Es besteht keine Verpflichtung etwas zu ändern. Nachdenken hat noch nie geschadet.
      Wer übt Kritik – ja versteht der andere überhaupt was davon? Man darf seine begründete Meinung immer sagt. Dafür muss ich nicht alles verstehen. Ich kann ja dann z.B. auch Fragen, warum ist das so und nicht gleich sagen, dass es Mist ist 😉 Erst mal davon ausgehen, dass der andere es absichtlich so gemacht hat. Stellt sich das später als falsch heraus – so habe ich zumindest nicht sofort etwas “Böses” unterstellt.
      Ich habe für meinen Teil durch solche Kritiken, Anregungen, Gespräche über Fotografie, schon viel gelernt. Da kamen Fragen auf, über die ich nie nachgedacht habt. Da wurde ich mit der Nase auf Dinge gestoßen, die habe ich vorher nicht GESEHEN, da habe ich Anregungen bekommen Dinge auszuprobieren. Vielleicht muss man dazu auch passend gestrickt sein.
      Wenn ich aber nur auf lobende Kommentare warte und keinen wirklichen Austausch möchte, dann kann ich die Kommentar-Funktion auch ausschalten.Was soll das dann noch bringen? Ich geb Dir – Du gibst mir? Für solche Spielchen ist mir meine Zeit einfach zu schade. Das bringt niemandem was… außer man steht darauf gebauchpinselt zu werden.
      Jeder der kritisiert fängt irgendwann mal an. So ist das – man kann ja nicht alles von heute auf morgen. Wenn man nie anfängt, kann man auch nie lernen es anders zu machen. Braucht man Kenntnis über ein Foto? Wenn mir Informationen fehlen – kann ich dann nicht fragen? Ok – das wird dann nicht nur ein Kommentar werden, sondern eine Kommunikation.
      Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass mir bei solchen Kommunikationen oft vieles klarer geworden ist, dass ich dadurch viel ergoogled, gelernt und vieles auch erst richtig verstanden habe. Manchmal habe ich da auch geschrieben – ich muss jetzt erst mal darüber nachdenken, weil das gar nicht so leicht zu verstehen war – solche Kommunikationen gingen dann schon mal über ein paar Tage/Wochen. Aber die waren so gut, dass ich oft ein großes Stück weiter gekommen bin. Wenn so etwas ist, dann will ich es aber auch wissen – und dann lasse ich auch nicht locker 😉
      Ein Austausch am Tisch – wo man sich auch in die Augen sieht ist vermutlich die besser Wahl. Aber die Leute wohnen heute ja so weit auseinander oder finden sich nicht zur gleichen Zeit zusammen. Es isti auch gut, wenn man die Blogger, die mit denen man sich öfter austauscht auch real kennen lernt. Das macht geschriebenen Kommunikation leichter.

      Ich finde es sehr schön, dass jeder von uns das auch ein Stück weit anders sieht. So ist es halt – wir sind alle unterschiedlich … und genau das macht es so spannend …

      Dir auch ein schönes Wochenende

      LG, Birgit

      • alleaugenblicke.de März 06, 2018 Reply

        Deinen letzten Satz kann ich nur unterstreichen. Die Vielfalt macht`s am Ende des Tages.
        Gerade heute (06.03.) ist auf kwerfeldein.de ein Interview mit Ben Bernschneider erschienen, in dem er u.a. folgendes ausführt:

        “….Nein, das sehe ich keinesfalls so. Es gibt allerhand Fotograf*innen, die die wunderbarsten digitalen Bilder machen. Aber es gibt auf der digitalen Ebene auch viele, die nicht meine Sprache sprechen. Die sich ein Bild angucken und sagen „Ach, das ist ja ein Scheißbild, es ist ja unscharf“. Die überhaupt keine Schönheit in Fehlern sehen. Die null Gespür für Romantik, kein Feeling haben. Die mit einem Bild nix sagen wollen, sondern eine Blume abbilden, die hauptsächlich scharf sein muss.
        Und viele machen sich dann auf die Suche nach mehr, nach einem anderen Gefühl. Ein bisschen Verklärung, ein bisschen Unerwartetes. Und finden es in alten Kameras, in abgelaufenen Filmen. Oder in digitaler Form in anderen Belichtungsformen oder Presets, anderer Nachbearbeitung”.

        Damit streift er meine Haltung zum Thema “was ist ein gutes Foto” – Ich persönlich würde mir immer mehr einen Austausch über Inhalte als über Technik wünschen. Aber du sagst es vollkommen richtig: “wir sind eben unterschiedlich”

        Ganz liebe Grüße,
        Werner

        • Seh-N-Sucht März 06, 2018

          Unschärfe ist auch bei mir nicht automatisch eine Kriterium dafür, dass das Bild jetzt schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Es gibt aber wie bei meinem Bild wirklich technische Dinge, die einfach schöner gehen, die passender mit dem was man eigentlich will sind. Aber auch dafür muss man mit der Zeit ein Gespür entwickeln. Auch SEHEN muss gelernt werden. Dieser Mangel an meinem Bild, den ich erwähnt habe macht das Bild auch nicht zu einem schlechten oder besseren Bild. Es ist einfach so wie mit schleifender Kupplung fahren – du fährst gut, du achtest auf dein Auto, aber da ist was, was du nicht bemerkst, was aber an der Sicherheit oder deinem Fahrstil nichts ändert – es wäre einfach für das Auto und die Kupplung besser, wenn man den Fuß beizeiten runter nimmt. Eine Kritik, die am Inhalt des Bildes vorbei geht.

          Für mich ist so ein Bild Ruhe, im Wald sitzen, den Frühling riechen, ein lauer, leise Wind, der durch die neuen Blätter zieht. Entspannung pur – dazu braucht es keine megascharfen Blüten. Oft erschrecke ich mich, welche Schärfe aus dem Makroobjektiv bei Offenblende noch heraus kommt und frage mich dann, wie man da überhaupt noch nachschärfen muss. Wenn man diese alten Objektive mit Charme nutzt, dann kann so ein biologisch, technisch einwandfrei scharfes Bild, auf dem man jegliches Blütendetail haarscharf erkennt einem schon einen gehörigen Schrecken einjagen 😉 Da mag ich mehr solche Bilder denen man auch durch die Unzulänglichkeit der Objektive etwas ganz Persönliches mitgeben kann.

          Somit ist unsere Haltung zu dem, was wir gutes Foto nennen, gar nicht so weit voneinander entfernt. Dennoch muss man die Kupplung nicht schleifen lassen 😉 😉 😉

          Herzliche Grüße
          Birgit

  4. Hallo Birgit,
    viel geschrieben und auch wieder nicht. 🙂
    Deinen Ansatz zur Kritik kann ich sehr gut nachvollziehen. Leider ist dies aber so gar nicht zeitgemäß! Es gibt unzählige Fotoforen und Fotoblogs, aber überall wird in erster Linie gelobhudelt. Das Bild kann noch so schlecht sein – wenn ein Kommentar dazu kommt, dann ist er zu 90% positiv.
    Im Umkehrschluss gibt es dann noch die sogenannten “Trolle”, Menschen die überall ihren Senf dazu geben müssen und meistens von nichts Ahnung haben, aber alles nach Strich und Faden schlecht machen. -Nun aber genug dazu-

    So eine Bilderbereinigung, wie Du sie machst, wäre mir zu viel Arbeit. Speicher kostet ja kaum noch etwas und bei zigtausenden von Fotos hätte ich da auch gar keine Lust zu. Doch schaue ich mir von Zeit zu Zeit schon mal die ein oder andere Aufnahmefrequenz noch mal an. Dann kommt es auch bei mir des öfteren vor, dass ich erschrocken bin über die seinerzeit gewählte Bearbeitung. Nicht nur, dass sich der Geschmack im Laufe der Zeit ändert, auch ähnliche “Fehler”, wie in Deinem Beispiel, finde ich da zu Hauf. Da wurden die Regler teilweise bis zum Anschlag verrissen und die Ergebnisse hat man dann auch noch irgendwo präsentiert – SCHLIMM.

    Was mich an Deinem Beispielbild doch etwas irritiert ist die Tatsache, dass diese dunklen Ränder bereits in der RAW-Datei zu sein scheinen. Dass sieht mir sehr stark nach einer etwas ungünstigen Kameraeinstellung aus. Schärfung, Rauschunterdrückung, Kontrastverhalten und noch einiges können ja in den Kameraeinstellungen vorgenommen werden. Vieles davon sollte man, speziell bei Canon, da spreche ich aus Erfahrung, nicht übertreiben oder überhaupt anwenden. Diese Einstellungen werden in einer RAW-Datei allerdings nur dann berücksichtigt, wenn Du auch den Canon eigenen Konverter benutzt. Sobald Du einen fremden Konverter nutzt bleiben diese Einstellungen unbeachtet. Daher bin ich mir des Ursprungs dieser Ränder nicht so ganz im Klaren.
    Normaler Weise kommen diese Ränder durch zu stark ausgeprägte Kontrastverteilung zum Vorschein. Also bei der Bearbeitung von Lichter und Schatten. Scheint aber in Deinem Bild wohl nicht der Fall zu sein?

    Eine Überschärfung ist auch recht heikel. Sie sieht nur in den wenigsten Fällen gut aus. Aber wenn man bei der Aufnahme korrekt scharf stellt sollte es dafür eigentlich auch gar keine Veranlassung geben – oder? OK – ich weiss noch, dass auch wir die Schärfe an unseren Canonen relativ hoch voreingestellt hatten. Irgendwie sah sonst alles ziemlich flau aus, aber wenn überhaupt ist ein nachträglich sanftes nachschärfen vorzuziehen, so meine jetzigen Erfahrungen.

    Auf jeden Fall ist es beruhigend, zu lesen dass es anderen genauso ergeht wie einem selber.

    Gruss Jürgen

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