Magisches Motto 2.06

Break the rules

Endlich mal das tun, was man nicht tun soll und das auch noch erlaubter Weise 😉 Das wünscht sich Paleica von uns. Das Thema der magischen Mottos des Monats Juni ist

Don’t!

Der Begriff beschreibt folgendes: es gibt „Regeln“ und „Ratschläge“, worauf man bei einem „guten“ Foto achten sollte. Ich sage euch: alles Blödsinn! Fotografie ist Kunst und in der Kunst ist alles erlaubt. Darum sucht euch eines dieser „Don’ts“ aus oder schaut euch in eurem Archiv um. Welche Bilder missachten wichtige fotografische Regeln – und sind für euch dennoch gelungene Bilder?

Wenn wir immer nur das tun, was man tun soll, dann verpassen wir eine Menge! Daher sollten wir die Regeln kennen um aus ihnen auszubrechen und viel öfter das tun, was wir tun wollen. Nicht unbedingt dem nächsten die Vorfahrt an der Kreuzung nehmen – das macht oft Aua – aber fotografisch – was soll denn da passieren? Wenn wir immer wieder das tun, was wir immer schon tun, dann werden wir auch immer die gleichen Ergebnisse erzielen und niemals kreatives Neuland entdecken. Und wenn es den anderen nicht gefällt? Ja, was können wir denn dafür, dass die anderen immer das tun, was sie immer schon getan haben und auch genau das Vorhersehbare und Gewohnte erwarten.

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˙˙˙ ɟdoʞ uǝp ɟnɐ ulǝƃǝɹ ǝᴉp llǝʇS
¡uǝɥɔsɐɹɹǝqü uǝʇǝʇɹɐʍɹǝu∩ ɯoʌ ɥɔᴉp ǝssɐl pun
sɹǝpuɐ lɐɯ ɥɔɐɟuᴉǝ ɥɔop sǝ ǝɥɔɐW
˙uɐ ǝʌᴉʇʞǝdsɹǝԀ uǝɹǝpuɐ ɹǝuᴉǝ
snɐ ɥɔop ǝƃuᴉp ǝᴉp ɹᴉp ɥǝᴉS

 

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Der richtige Weißabgleich

Gut zu wissen, wie das geht, damit man es kann, wenn man es können möchte. Manchmal führt aber auch das Gegenteil zu wirklich erstaunlichen Ergebnissen.

.falscher Weißabgelihc

 

Fotografiere mit dem Licht

Sonne im Rücken – Auslöser drücken! Das ist so eine alte Eselsbrücke, aber warum denn eigentlich nicht mal anders? Direkt in die Sonne geht gar nicht! Auch so ein gut gemeinter Ratschlag, der mir mal gegeben wurde. Angeblich ginge der Sensor kaputt und meine Augen seien auch in Gefahr. Ich bin ja nicht blöd und nehme das längste Tele in der Tasche. „Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin“ 😉 Ich nehme einfach das Weitwinkel… Alle sagen immer das geht nicht, bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat! NEIN sagen und es einfach mal anders machen … Geht doch …

In den Feldern gegen die Sonne fotografiert

…gerade Gegenlicht ist in vielen Situationen das Licht, was dem Bild Leben einhaucht.

Gegenlicht im Wald - leichter Nebel

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Nur ein scharfes Bild ist ein gutes Bild

und wer sagt denn eigentlich, dass es immer alles scharf sein muss? Ist Unschärfe nicht geheimnisvoll?  In Geschriebenem werden Dinge doch auch zwischen den Zeilen angedeutet und beflügeln so die Fantasie des Lesers. Angedeutete Dinge geben dem Betrachter beim Wahrnehmen doch viel mehr Raum.

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Akelei unscharf fotografiert

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Nur die besten Objektive

… machen die besten Bilder. Meine Objektive haben noch nie ein Bild gemacht – bisher musste ich das immer selber tun. Daher auch mein Mut zu alternativen Linsen wie dem Lensbaby, der Squeezerlens und alten, analogen Objektiven – Linsen mit Fehlern und einem ganz persönlichen Charme!

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Waldbild erstellt mit der Flekto-Squeezerlens

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Keine Überstrahlungen

Immer schön anständig belichten – hell, aber keine Überstrahlungen.  Manchmal gefällt mir aber auch das…
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Birke im Herbst - Himmel überstrahlt, wenige, gelbe Blätter - Unschärfe durch Lensbaby

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Bildgestaltung und Bildaufbau

goldener Schnitt, Drittelregel, etc. sind die Polizei in der Ordnung eines Bildes und sorgen für Harmonie und eine friedliche Bildatmosphäre. Wer will denn immer Harmonie und friedliche Atmosphären? Ja und warum kann es anders nicht auch harmonisch sein? Ach übrigens – angeschnitten hat sie das Tier auch noch – dabei ist noch sooo viel Platz im Bild…

Möwe angeschnitten am Bildrand

 

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Have fun!

bekommt von mir kein Don’t, sondern den fetten Daumen nach oben!!!

Paleica macht uns auf das Wesentliche aufmerksam. Haltet euch nicht wie die Blöden an Regeln – oft kann der Bauch Dinge viel besser entscheiden als der Kopf. Langweilig ist das, was man immer vorgesetzt bekommt! Perspektiven, die wir gewohnt sind. Zu wissen wie etwas sein sollte und es dann anders zu machen, wenn es für das Ergebnis förderlich ist – ja warum denn nicht?! Und es muss doch auch nicht jedem gefallen. Zum Glück ist das hier Hobby und ich muss nicht „abliefern“ und mich für den Geschmack eines anderen verbiegen.

Es reicht euch noch nicht? Andere Nonkomformisten findet ihr bei Paleica – sie sammelt die Regelbrecher und hat einen öffentlichen Pranger für Don’ts eingerichtet! Schaut doch dort auch einfach mal vorbei!

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28 Comments:

  1. Bee Juni 22, 2017 Reply

    Liebe Birgit, ein ganz toller Beitrag. Schön geschrieben und mit wunderbaren Bildern abgerundet. Es ist eine Freude so etwas zu lesen. Gut, wenn man die Regeln kennt, so dass man weiß, dass man ein tolles Bild hat, das den Regeln nicht entspricht.

    Liebe Grüße, Bee

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    • Seh-N-Sucht Juni 22, 2017 Reply

      Danke Bee – freut mich, dass der Beitrag Dir so gut gefällt. Gegen die Regel heißt ja nicht gleich Müll 😉 Am Ende zählt das Bild und keine Regeln. Vielleicht kann man aber auch gegen eine Regel verstoßen und andere dennoch einhalten. Wir sprechen ja hier meist von einem Regelverstoß gegen eine Regel. Im Grunde aber auch egal. Ist ja nicht wie im Straßenverkehr, wo Regel da sind um das Chaos zu vermeiden und jedem die höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Also können wir uns auch kreativ gegen alle Regeln verhalten und Dumm-Zeug machen, austesten, was bei „dummen“ Einstellungen und „dummem“ Verhalten mit der Kamera aus dieser für Ergebnisse herauskommen.

      Nur Mut …

      Liebe Grüße, Birgit

      0

  2. tms Juni 22, 2017 Reply

    Das sind sehr schöne Beispiele dafür, wie man „gegen den Strich“ gute Bilder macht – gerade gegen alle Regeln!

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    • Seh-N-Sucht Juni 22, 2017 Reply

      Danke Tobias – das freut mich sehr 🙂 Auch deine sprachlichen Feinheiten zu diesem Thema 🙂

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  3. candyshop60 Juni 22, 2017 Reply

    Tja… wie soll ich das jetzt sagen… Man kann Bilder gegen die Regeln machen, so wie Du sie mir zeigst… man kann es aber auch so machen wie viele der Beispiele, die ich mir eben von anderen angesehen habe. Und da merkt man schon einen sehr feinen Unterschied. Oder einen deutlichen. Je nach dem. Ich schließe mich einfach mal tms an. In den ersten Worten schon ausgedrückt wie ich es mit meinen hier mal nicht sagen möchte. 😉

    2+

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    • Seh-N-Sucht Juni 22, 2017 Reply

      Danke Reinhard 🙂 So viel Lob – rotwerd 🙂

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      • candyshop60 Juni 22, 2017 Reply

        🙂 Das ist kein Lob – nicht unbedingt – wer sich das ansieht und vergleicht kommt zum gleichen Schluss oder ist einfach nur blind…

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        • Seh-N-Sucht Juni 22, 2017

          Ich war auch erst nach meinem Post schauen – mache ich, weil ich das gar nicht vorher sehen möchte um nicht abgelenkt zu werden, von dem, was ich vorhabe. Vielleicht denken die Leute – gegen die Regel – ich habe auch das Wort „Unfall“ gelesen – das ist verkehrt, weil man sich ja immer an die Regeln halten soll und posten daher die Pleiten, Pech und Pannen-Fotos die eigentlich in die Ablage P mit sofortiger Leerung gehören. Paleica hat da wohl unbewusst eine ziemliche Hürde eingebaut.

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  4. candyshop60 Juni 22, 2017 Reply

    So sehe ich das auch…

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  5. Patricia Juni 23, 2017 Reply

    Wenn man die Regeln kennt dann kann man ganz beswust brechen und das Bild bekommt erst dann seinen besonderen Ausdruck und das zeigst du hier ganz wunderbar. Schlechte Bilder sind noch lange keine Kunst, aber leider kennen viele einfach den Unterschied nicht, was mich bisher auch abgehalten hat zu diesem Thema etwas zu zeigen.

    1+

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    • Seh-N-Sucht Juni 24, 2017 Reply

      Danke Patricia! Vielleicht solltest DU gerade DESHALB was zu diesem Thema zeigen 🙂
      Herzliche Grüße
      Birgit

      0

  6. Frau Zuckerbrötchen Juni 23, 2017 Reply

    Wow! Traumhafte Bilder! Beneidenswert!
    Vielen Dank fürs Teilen.

    Liebe Grüße,
    Amara

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  7. Ule Rolff Juni 24, 2017 Reply

    Fantastisch, liebe Birgit – was Anderes habe ich aber von dir auch nicht erwartet! Und nicht nur die Bilder, auch deine Überlegungen dazu sprechen mir aus dem Herzen.
    Abgesehen vom Fotografieren direkt mit „falschen“ Einstellungen oder Kamerabewegung, anstatt immer brav stillzuhalten – ich mag auch die Möglichkeiten in Bildentwicklungssoftware (du erwähnst den Weißabgleich als Beispiel), mit regelgerechtem Ausgangsmaterial zu spielen.
    Meine Lieblingsexemplare in deiner Auswahl sind dieser magische, scheinbar verdoppelte und partiell vernebelte Herbstwald sowie das Möwenfoto: da ist die „freie“ Fläche so spannend gestaltet mit dem Farbgewölk.
    Gruß
    Ule

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    • Seh-N-Sucht Juni 24, 2017 Reply

      Danke Dir Ule,

      Du kannst den Weißabgleich in der Kamera schräg einstellen – du kannst es in der Bildbearbeitung tun. Ich nenne das dann kreative Bildentwicklung. Manchmal ist die Überlegung wie es werden soll schon in dem Moment den ich fotografiere entstanden – dann müssen die Werkzeugkiste LR und Co. herhalten. Auch das macht jede Menge Spaß.

      Oh ich höre die OoC – Out of Cam – Fangemeinde wieder böse schimpfen. Die denken nämlich ihr JPG aus der Kamera sei sozusagen das Biosiegel für ein ordentliches Bild 😉 Aber warum sollten wir uns einschränken lassen? Das haben die analogen Fotografen nie getan, denn darunter waren auch sehr kreative Köpfe, die mit vielen Ideen tolle Bilder geschaffen haben, denen wir eine kreative Manipulation nicht ansehen würden.

      Also immer schön mutig weiter Dummzeug machen 😉

      Liebe Grüße
      Birgit

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      • Ule Rolff Juni 24, 2017 Reply

        Damit bin ich sehr einverstanden!
        In meinem Verständnis sind die jpg, die aus der Kamera kommen, genauso per Programm entwickelt, wie das, was ich mit LR oder PS mache, nur habe ich das nicht selbst gemacht, sondern der Software des Kameraherstellers überlassen. Wo die Authentizität dann liegen soll, kann ich ehrlich gesagt nie nachvollziehen.
        Nach meiner Erfahrung hilft es oft, bei der Aufnahme schon zu wissen, wohin man nachher mit dem Bild will (bei HighKey-Entwicklung zum Beispiel). Aber ich liebe es auch, mich überraschen zu lassen und zu spielen.
        Jetzt geh ich wieder dummes Zeug machen, und wünsche auch dir auf dem Gebiet ein erfolgreiches Wochenende 😊
        Gruß
        Ule

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        • Seh-N-Sucht Juni 24, 2017

          Danke – Dir ein schönes Wochenende!
          LG, Birgit

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  8. Paleica Juni 26, 2017 Reply

    liebe birgit, ich liebe deinen beitrag. denn er zeigt genau das, was ich mir gewünscht hab. regelmissachtung zur bildgestaltung. und jedes einzelne deiner motive kann sich mehr als sehen lassen. vielen dank für deinen tollen beitrag. der weißabgleich – den hab ich schon ganz vergessen 😉

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    • Seh-N-Sucht Juli 10, 2017 Reply

      Danke Paleica 🙂 Bei so vielen „Regelbrüchen“ kann man schon mal einen vergessen … 😉 Wichtig ist doch nur, dass trotz dieser die Bilder schön sind 🙂

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  9. Lucy Juni 26, 2017 Reply

    Wie immer sind deine Bilder alle toll. Besonders fasziniert mich das Bild vom Wald mit dem Titel „LIcht“. Es wirkt völlig surreal, wie aus einer Traumlandschaft.
    Du schreibst „Wenn wir immer wieder das tun, was wir immer schon tun, dann werden wir auch immer die gleichen Ergebnisse erzielen und niemals kreatives Neuland entdecken.“ Ich glaube da bin ich gerade irgendwo. Das Gefühl, die immer gleichen Bilder zu fotografieren. Also höchste Zeit mehr auszuprobieren. Die Projektaufgabe ist eine gute Anregung dazu.
    lg Lucy

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    • Seh-N-Sucht Juli 10, 2017 Reply

      Ich breche Regeln nicht absichtlich – ich versuche anständige Fotos zu machen. Das dabei Regelbrüche entstehen ist nicht meine Intention – es liegt einfach daran, dass mir das Motiv so besser gefällt 😉

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  10. C.S Photography Juni 26, 2017 Reply

    Das Möwenbild ist richtig süß!

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  11. Das Waldbild!!! Wow! Aber ich mag sie ALLE!

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    • Seh-N-Sucht Juli 10, 2017 Reply

      Danke! Das Waldbild – magisch und verträumt… manchmal muss sowas einfach sein 😉

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  12. Netty Juli 09, 2017 Reply

    Eine tolle Umsetzung des Themas – das Foto mit der Möwe ist der Hammer!
    Mit dem Weißabgleich ist das bei mir so eine Sache; ich mache das immer nachträglich in Lightroom bzw. passe die Farbtemperatur an 😉
    LG, Netty

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    • Seh-N-Sucht Juli 10, 2017 Reply

      Danke Dir! Ich kann Dir nur zu dem Versuch vor Ort raten… dann bekommst Du noch andere Ideen… und kannst sie dann auch noch Umsetzen und noch mal anders Fotografieren 🙂

      LG, Birgit

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